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Am 17. Mai wird weltweit der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) begangen. Der Tag erinnert daran, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität erst am 17. Mai 1990 aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich. Dieses historische Datum steht zugleich symbolisch für den langen Kampf queerer Menschen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und staatliche Verfolgung.Besonders in Deutschland hat dieser Kampf eine lange Geschichte: Der berüchtigte Paragraph 175 des Strafgesetzbuches kriminalisierte über fast ein Jahrhundert homosexuelle Männer. Tausende Menschen wurden verfolgt, verurteilt und gesellschaftlich zerstört. Erst 1994 wurde der Paragraph endgültig abgeschafft.Auch 2026 bleibt der IDAHOBIT deshalb ein notwendiger Aktionstag. Queerfeindliche Straftaten haben in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen wurden im Jahr 2025 bundesweit 1.776 Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung sowie weitere 1.132 Straftaten gegen geschlechtsbezogene Diversität registriert. Insgesamt wurden damit mehr als 2.000 queerfeindliche Straftaten erfasst – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Besonders alarmierend ist, dass ein erheblicher Teil dieser Taten dem rechten politischen Spektrum zugeordnet wird. Gleichzeitig erleben wir, dass rechte und rechtspopulistische Kräfte queere Menschen zunehmend instrumentalisieren und gezielt zum politischen Feindbild machen. Hass, Hetze und Einschüchterungsversuche gegen die queere Community nehmen sichtbar zu – sowohl online als auch im öffentlichen Raum.Gerade deshalb sind sichtbare Zeichen der Solidarität wichtig.Der Verein Queer* Main-Kinzig e.V. hat anlässlich des IDAHOBIT 2026 alle 28 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Main-Kinzig-Kreis angeschrieben und darum gebeten, sich an der Aktion zu beteiligen und die Regenbogenflagge am Rathaus oder einem anderen öffentlichen Gebäude zu hissen. Aufgrund der sehr geringen Rückmeldequote wurde zusätzlich eine Follow-up-Mail versendet.Zwar gibt es bereits Kommunen im Kreis, die sich seit Jahren am IDAHOBIT beteiligen und die Regenbogenflagge hissen, dennoch haben lediglich vier Städte direkt auf die Anfrage des Vereins reagiert. Weitere Rückmeldungen erfolgten über Dritte.Erfreulich ist jedoch, dass dem Verein bekannt ist, dass mindestens zehn Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis die Regenbogenflagge zum IDAHOBIT hissen werden. Dazu gehören:

•Gelnhausen

•Schlüchtern

•Großkrotzenburg

•Wächtersbach

•Freigericht

•Rodenbach

•Langenselbold

•Erlensee

•Hammersbach

•Maintal

Die Städte und Gemeinden Nidderau, Niederdorfelden, Jossgrund, Bad Orb sowie Brachttal lehnen das Hissen der Regenbogenflagge ab oder verweisen auf die Anordnung zur Beflaggung im Rahmen von „80 Jahre Hessen“.

Dabei stellt sich die Frage, weshalb andere Rathäuser die Regenbogenflagge trotz dieser Anordnung zusätzlich hissen oder sogar über einen Zeitraum von zwei Wochen sichtbar lassen. Schließlich geht es lediglich um ein bis drei Tage. Nach Recherchen des Vereins obliegt die Anordnung einer solchen Sonderbeflaggung den jeweiligen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern.

Die übrigen Städte und Gemeinden haben sich bislang nicht geäußert.Steve Euler erklärt dazu:

„Für queere Menschen ist diese kleine, aber bedeutende Geste einer Bürgermeisterin oder eines Bürgermeisters enorm wichtig. Kommunen sprechen damit nicht nur darüber, dass queere Menschen willkommen sind – sie zeigen es öffentlich. Und sie zeigen vor allem, dass sie auch dahinterstehen. Denn leider ist bei solchen Zeichen der Solidarität der sogenannte Shitstorm oft vorprogrammiert.“

Diese Erfahrung habe auch die Kreisspitze des Main-Kinzig-Kreises bereits gemacht. Dennoch wird dort seit Gründung von Queer* Main-Kinzig e.V. jährlich gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins sowie der Community die Regenbogenflagge zum IDAHOBIT gehisst.

Der Verein möchte nun mit den Städten und Gemeinden, die eine Beflaggung ablehnen oder nicht auf die Anfrage reagiert haben, in den Dialog treten, um die Beweggründe für die jeweilige Haltung zu erfahren. Denn Sichtbarkeit schafft Sicherheit. Und Solidarität darf gerade in Zeiten wachsender queerfeindlicher Stimmung kein leeres Versprechen bleiben.

 

Bereits am 15. Mai wird der Verein mehrere Termine im Main-Kinzig-Kreis wahrnehmen, um gemeinsam mit Kommunen die Regenbogenflagge zum IDAHOBIT zu hissen und damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen.

Außerdem lädt Queer* Main-Kinzig e.V. ab 15 Uhr ins BistroCafé an der Salz in Bad Soden-Salmünster ein. Dort möchte der Verein gemeinsam mit der Community sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern den IDAHOBIT begehen, mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch kommen und Informationsmaterialien rund um queeres Leben, Vielfalt und Antidiskriminierung verteilen.

Am 17. Mai findet zudem die traditionelle IDAHOBIT-Wanderung statt. Start ist um 10:30 Uhr am Lidl-Parkplatz in Erlensee-Rückingen. Gemeinsam geht es von dort nach Hanau zum Marktplatz, wo ab 11:15 Uhr die Festlichkeiten zum IDAHOBIT beginnen. Die Veranstaltung wird durch die Stadt Hanau sowie den CSD Hanau organisiert. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich der Wanderung anzuschließen oder an den Veranstaltungen in Hanau teilzunehmen.

 
 
 
  • Queer Main-Kinzig
  • Jan 8, 2025
  • 2 min read


Der neue Vorstand von Queer* Main-Kinzig e.V.
Der neue Vorstand von Queer* Main-Kinzig e.V.

Am 24. November 2024 fand in Gelnhausen die Jahreshauptversammlung des Queer* Main-Kinzig e.V. statt. Der Verein, der sich für die Sichtbarkeit von queerem Leben und Themen im Main-Kinzig-Kreis einsetzt, schaut auf vier Jahre zurück, in denen die Akteur:innen bereits einiges im Kreis in Bewegung gebracht haben.

So begeht der Verein immer am 17.5. den IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- & Interfeindlichkeit). Seit 2020 werden an diesem Tag am Main-Kinzig-Forum, an den Rathäusern in Gelnhausen und Wächtersbach und seit diesem Jahr auch in Schlüchtern die Regenbogenflagge gehisst, um ein Zeichen für Akzeptanz zu setzen und als Bekenntnis gegen Queerfeindlichkeit.

Außerdem gibt es immer am zweiten Mittwoch im Monat die QueerFilmNacht im Kino Gelnhausen, diverse Gruppen treffen sich regelmäßig wie eine Jugendgruppe, der offen queere Treff, eine Wandergruppe sowie auch ein Theaterprojekt und ganz aktuell eine weitere Jugendgruppe in Schlüchtern, die in Kooperation mit der pro familia in Schlüchtern entstanden ist. Außerdem gibt es jedes Jahr ein Rosa Advents Café in Kooperation mit dem WCV in Wächtersbach. Ein weiterer Meilenstein war der erste MKK Pride, welcher im Januar 2024 in Gelnhausen stattfand.

 

Es gibt also vieles auf das die Mitglieder des Vereins stolz sein können. Der Verein wurde in den ersten 2 Jahren von Steve Euler und Sybille Schneider und in den vergangenen 2 Jahren von Steve Euler und Maja Ibañez geleitet.

 

In der diesjährigen Jahreshauptversammlung hieß es, neben den Berichten über die Tätigkeiten der letzten 12 Monaten zu sprechen, auch einen Vorstand zu wählen und es kam hier zu einer neuen Aufstellung des Vereins.  Zur Überraschung stand Steve Euler nicht mehr für das Amt des ersten Vorsitzenden zur Verfügung. Folgender Vorstand wurde gewählt:

 

Erste Vorsitzende: Rosalia Weiser, Zweite Vorsitzende: Maja Ibañez, Beauftragter für Finanzen: Hendrik Nitschner, Beauftragter für Schriftführung: Alexander Guidi. Selena Krieg bleibt weiterhin die Beauftragte für Jugendarbeit.

 

Der scheidende Vorsitzende, Steve Euler, erläuterte seine Beweggründe warum er nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung steht. Da er bisher für viele politische Kontakte das Gesicht des Vereins ist und ein Netzwerk aufgebaut hat, haben er und die Kolleg:innen im Vorstand sich darauf geeinigt, ihm eine neue Rolle als Ehrenvorstand des Vereins zuzuweisen, in der er als "Botschafter" seinen Fokus voll auf die queer-politische Arbeit im Kreis sowie die Vernetzung legen kann. „Gerade jetzt, wo queere Menschen immer mehr Gegenwind bekommen und mit den anstehenden Bundestagswahlen, ist politische Arbeit sehr wichtig!“ sagt Euler. “Die neue Regierung, die sich abzeichnet, wird für queere Themen und Menschen nicht mehr so viel übrig haben wie das bisher war. Deshalb ist es besonders wichtig wieder lauter und sichtbarer zu werden“, fuhr er fort.

 

 Aktuell plant Queer* Main-Kinzig bereits den nächsten MKK Pride, welcher am 24. Mai in Schlüchtern stattfinden wird. Die Stadt Schlüchtern und der Verein arbeiten bereits eng zusammen um einen tollen Pride ausrichten zu können und ein weiteres Zeichen für Vielfalt zu setzen, ganz unter dem Motto "Der MKK ist bunt"! (SE)

 
 
 
  • Queer Main-Kinzig
  • Dec 12, 2023
  • 2 min read

Der „Winterzauber“ des Vereins Queer* Main-Kinzig e.V., hier und da auch „Winter-Pride“ genannt, ist die erste Veranstaltung dieser Art der queeren Community in Gelnhausen. Es ist eine einzigartige Veranstaltung, die Unterhaltung, Vielfalt, gepaart mit sozialen Themen, auf magische Weise vereint.

 

An diesem Wochenende werden talentierte Künstler:innen aus verschiedenen Bereichen der Unterhaltungsbranche auftreten und ihr Publikum verzaubern. Doch die Show ist mehr als nur eine Darbietung von Zaubertricks – sie steht auch für stolze Vielfalt und Akzeptanz im ländlichen Raum.

 

Die Vielfalt unter dem Regenbogen ist ein zentrales Thema des „Winterzaubers“. Er zeigt die unterschiedlichen Facetten der menschlichen Sexualität und Geschlechteridentitäten auf. Gelnhausen ist an diesem Wochenende ein Ort, an dem Menschen sich frei ausdrücken und ihre wahre Identität zeigen können, ohne Angst vor Vorurteilen oder Diskriminierung zu haben. Wir wollen erreichen, dass dies nicht nur an diesem Wochenende in Gelnhausen und darüber hinaus möglich sein sollte (GG §1 / §3).

 

Um diese wichtigen Themen zu diskutieren, findet am Samstag eine Podiumsdiskussion statt. Expertinnen und Aktivisten werden ihre Perspektiven teilen und über die Herausforderungen und Fortschritte in Bezug auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie die teilweise Doppeldiskriminierung im Alltag sprechen. Diese Diskussion bietet eine wertvolle Gelegenheit, Wissen zu erweitern und einen offenen Dialog zu fördern.

 

Der Winterzauber des Vereins Queer* Main-Kinzig e.V. soll die Sichtbarkeit von queeren Menschen und Themen im Main-Kinzig-Kreis stärker in den Vordergrund rücken. Die derzeit steigende Queerfeindlichkeit, befeuert durch die (a)sozialen Netzwerke (X, Meta, Alphabet, Telegram oder TikTok), stellt uns wieder vor alten Herausforderungen, wo wir alle dachten, diese Zeiten hätten wir hinter uns. Weit gefehlt. Aber… so auch das Motto der Veranstaltung „Winterzauber“:

 

Wir sind queer und leben hier. Der MKK ist bunt!!!

 

 Die Winter-Show, mit zauberhaften Momenten und Einblicken in eine Welt, die vielleicht den einen oder die andere gar verzaubert, lädt alle Menschen ein, an diesem Wochenende an der Magie des Winterzaubers teilzuhaben, für einen Moment ein Teil dieses zu sein. Es ist eine Veranstaltung, die Unterhaltung mit wichtigen sozialen Themen verbindet und eine Plattform bietet, um für Gleichberechtigung und Akzeptanz einzustehen.

 

Lassen Sie sich/Lass Euch von der Magie der Show verzaubern und seid ein Teil dieser inspirierenden Gemeinschaft.

 

Das Winterzauber-Programm



 

Vom Freitag, den 05.01.2024 bis zum Sonntag, dem 07.01.2024.

 

Freitag, den 05.01.2024

Das Winterzauber-Wochenende startet mit dem Kinofilm – „Meine Freundin Volker“ – um 17:30 Uhr im Pali (Herzbachweg 3–5 in Gelnhausen) mit anschließender Podiumsdiskussion. An dieser Podiumsdiskussion nehmen unter anderem Regisseur Piotr J. Lewandowski und Schauspieler Carsten Strauch teil.

 

 

Samstag, den 06.01.2024

Am Samstag wird es rund um das Pali-Kino (Herzbachweg 1 in 63571 Gelnhausen) einen Wintermarkt der „1001-Möglichkeiten“ geben.

 

Das Programm:

Politische Themen

Queer im ländlichen Raum

Queere Jugend

Queer & Behinderung

Vielfalt der Geschlechter & Identitäten


Zur Unterhaltung tragen bei:

Dirk Vox (DJ)

Emm (Poetry Slam und Interview zu geschlechtlichen Identitäten)

Lara Göhler (Poetry Slam)

Lukas Kempf (Zauberer)

Maurice Schmitz (Mr. Gay Germany 2023)

Sabho (Musik)

Trude Trash und Rosa Rosetta (Drag-Show)


 

Sonntag, 07.01.2024 ab 10:30 Uhr

Zum Ende des Winterzaubers und der Raunächte gibt es den Winterzauber-Brunch im Café Hexenturm in Gelnhausen.

 


 

Ein Schneeflockengruß von

Queer*Main-Kinzig


 Bildernachweis: Ander Burdain und Joshua Newton (Unplash)

 
 
 

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